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Fachkräftemangel 2018 - Schwierigkeiten offene Stellen zu besetzen

Offene Stellen aufgrund des Fachkräftemangels

Der Fachkräftemangel ist aus unserer Gesellschaft und der Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken und schreitet, in Verbindung mit der rasanten Automatisierung und Digitalisierung, schnell voran. Unternehmen stehen vor der Problematik geeignete Bewerber und zukünftige Mitarbeiter zu finden, um offene Stellen zu besetzen. Nicht nur das Gelernte, sondern vor allem menschliche Fähigkeiten und der Wille zur Weiterbildung, sind Herausforderungen denen Bewerber, Mitarbeiter und Unternehmen sowie Personaldienstleister gegenüberstehen.

In Österreich geben 46% der befragten Arbeitgeber an, Probleme bei der Besetzung offener Stellen zu haben. Dieses Thema beschäftigt Unternehmen branchenübergreifend. Von der Sachgütererzeugung bis zum Bergbau, von der Transportbranche zum Handel. Arbeitgeber können die Menschen, mit der richtigen Mischung aus Fachkenntnissen und menschlichen Stärken nicht am Arbeitsmarkt finden.

Fachkräftemangel und Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung in Österreich 2018

„Angesichts eines Rekordverdächtigen Fachkräftemangels auf der ganzen Welt sollten Arbeitgeber ihren Fokus von kurzsichtigen Einstellungsstrategien verändern und Mitarbeiter aus- und weiterbilden. Die richtige Mischung aus Menschen, Fähigkeiten, Prozessen und Technologie wird für den zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg, Nachhaltigkeit und einer ausgewogenen Work-Life-Balance von Menschen und Unternehmen, ausschlaggebend sein.“, so Jonas Prising, ManpowerGroup CEO.

Eine neue Herangehensweise an die Mitarbeitersuche

Es ist Zeit für eine neue Herangehensweise an die Problematik des Fachkräftemangels: It's time to build, buy, borrow and bridge, um sicherzustellen, dass wir die gefragten Kompetenzen für heute und morgen haben. Um die Auswirkungen des Fachkräftemangels auf Unternehmen zu verstehen, hat ManpowerGroup international im Jahr 2018 über 39.000 Arbeitgeber in 43 Ländern befragt, ob und bei welchen Positionen sie Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung haben. 29 Prozent der befragten Arbeitgeber beklagen, dass der Hauptgrund, warum sie keine offenen Stellen besetzen können, ein Mangel an Bewerbern ist. In Zeiten der Digitalisierung, Automatisierung und Transformation, ist es wichtiger als je zuvor, die richtige Mischung aus Fachkenntnissen und menschlichen Stärken zu finden. Dennoch berichten 34 Prozent der Arbeitgeber darüber, dass es den Bewerbern entweder an den nötigen Kenntnissen (z.B. IT-Kenntnisse, Sprachkenntnisse, mathematisches Verständnis, etc.) oder an menschlichen Fähigkeiten mangelt. Weltweit sagen mehr als die Hälfte  der Arbeitgeber (56%), dass Kommunikationsfähigkeiten, - schriftlich und mündlich - die wertvollsten menschlichen Stärken sind. Dicht gefolgt von Beziehungsmanagement (people management) und Problemlösungsfähigkeiten.

Vergleich nach Unternehmensgrößen Fachkräftemangel 2018

Top 10 der am schwierigsten zu besetzenden Jobs in Österreich

Zum sechsten Mal in Folge gehören Facharbeiter/Handwerker wie z.B. Elektriker, Tischler, Schweißer, Maurer oder Installateure zu den am schwierigsten zu besetzenden Positionen in Österreich. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Vertriebsmitarbeiter (Platz 2 im Jahr 2016) sowie Fahrer (Platz 4 im Jahr 2016). In Österreich ist der Bedarf an IT-Fachkräften auf Platz 11, der am schwierigsten zu besetzenden Jobs, abgestiegen. Der Bedarf an IT-Fachkräften nahm - im Vergleich zu den Top10-Positionen - in den letzten Jahren zunehmend ab und ist von Platz 2 (2015) und Platz 7 (2016) auf Platz 11 (2018) gesunken.

  1. Facharbeiter / Handwerker (Elektriker, Tischler, Schweißer, Maurer, Installateure)
  2. Vertriebsmitarbeiter (Verkaufsleiter, Verkaufsberater, Verkäufer im Einzelhandel)
  3. Fahrer (LKW, Schwerlasttransport, Zusteller)
  4. Techniker (im Bereich der Fertigung oder in der Instandhaltung)
  5. Ärzte / medizinische Fachangestellte (kein Pflegepersonal)
  6. Assistenz / Bürokräfte
  7. Management / Executives (Senior Ebene, Geschäftsführung)
  8. Restaurant- und Hotelfachkräfte
  9. Ingenieure  (Bau-, Maschinenbau-, Elektro-, und Chemieingenieure)
  10. Reinigungspersonal

Top 10 der am schwierigsten zu besetzenden Jobs in Österreich

Die Weltwirtschaft ist in den letzten Jahrzehnten zunehmend stärker geworden - Arbeitgeber sind optimistischer und die Einstellungsnachfrage ist höher. Kombiniert mit dem sich verändernden Bedarf an Fähigkeiten ist der Fachkräftemangel in Österreich und weltweit auf den höchsten Wert seit Beginn der Umfrage 2006 gestiegen.

Im Jahr 2018 gaben Arbeitgeber in Japan (89%), Rumänien (81%) und Taiwan (78%) an, die meisten Schwierigkeiten zu haben, um Positionen zu besetzen, während die Arbeitgeber in
Großbritannien (19%), Irland (18%) und China (13%) die geringsten Schwierigkeiten melden. In Japan befeuert das Fehlen von Arbeitskräften, die demografische Alterung und Einwanderungsbeschränkungen das Problem weiter an.

Top 10 der am schwierigsten zu besetzenden Jobs weltweit

  1. Facharbeiter / Handwerker
  2. Vertriebsmitarbeiter (Verkaufsleiter, Verkaufsberater, Verkäufer im Einzelhandel
  3. Ingenieure (Bau-, Maschinenbau-, Elektro-, und Chemieingenieure)
  4. Fahrer (LKW, Schwerlasttransport, Zusteller)
  5. Techniker (im Bereich der Fertigung oder in der Instandhaltung)
  6. IT-Fachkräfte
  7. Mitarbeiter im Rechnungswesen und im Finanzbereich
  8. Angestellte
  9. Assistenz- / Bürokräfte
  10. Anlagenbediener / Maschinenführer

DAS TALENTMANGEL-RÄTSEL: AUSBILDUNG und WEITERBILDUNG durch den Arbeitgeber

Neue Stellen/Jobs entstehen so schnell, wie andere überflüssig werden! Arbeitgeber erkennen, dass das, was Sie lernen zukünftig wichtiger wird als das, was Sie bereits wissen. Unternehmen beginnen, dem Fachkräftemangel durch Aus- und Weiterbildung des eigenen Personals, entgegenzuwirken: 61% der österreichischen Arbeitgeber investieren in Weiterbildung, Lernplattformen und Entwicklungstools, um ihre Talentepipeline weiterhin aufzubauen. Arbeitgeber sind aktiver denn je in der Anwendung verschiedener Personalstrategien um den Fachkräftemangel  zu beheben:

  • 61% der Arbeitgeber bilden die Menschen in ihren Fähigkeiten, beispielsweise durch technische Zertifizierungen, Ausbildungen und Programmierkurse, weiter.
  • 54% stärken die Soft Skills beispielsweise in der Kundenbetreuung, im Vertrieb und im Servicebereich.
  • Auch Unternehmen versuchen in punkto Bewerber-Recruiting, neue Wege zu beschreiten und potenzielle Mitarbeiter anzusprechen. 44% sprechen deshalb unterschiedliche Demographien, Altersklassen oder Regionen, durch die Nutzung von sozialen und traditionellen Medien, an und begegnen Bewerbern dadurch dort wo sie sind.
  • Bumerang-Pensionisten oder in den Job zurückkehrenden Eltern und Teilzeitbeschäftigte sind ebenfalls eine zunehmend wichtige Zielgruppe.
  • 34% der befragten Unternehmen verbessern die Leistungen z.B. durch die Erhöhung des Urlaubs und der Bereitstellung von neuen Benefits- und Wohlfühlanreizen.
  • Wenn Vergünstigungen nicht funktionieren dann jedoch Gespräche über das Gehalt. 2018 erwägen 31% der Arbeitgeber eine Erhöhung der Gehälter.

Um den Bewerber- und Mitarbeiterstamm zu erhöhen ist, neben diesen Strategien, auch Outsourcing in ein anderes Unternehmen oder Land eine Möglichkeit. 16% der Arbeitgeber ziehen Outsourcing bereits in Erwägung. Die Zusammenarbeit mit externen Unternehmenspartnern, die sich auf schnell wechselnde technische Aufgaben spezialisieren, ist oft Projektbasiert - Cloud-Computing, Java+, DevOpps oder Cybersicherheit – und kann effizienter sein als die Beschaffung und Wartung der Fähigkeiten im eigenen Haus.

Als globale Experten in der Personalvermittlung finden wir jährlich Arbeit für Millionen von Menschen in weltweit 80 Ländern. Dadurch helfen wir Unternehmen qualifizierte Fachkräfte anzustellen, zu bewerten, zu entwickeln und zu halten. Der vorliegende Bericht kombiniert unseren einzigartigen Einblick aus 12 Jahren Umfragedaten aus unserer „Global Talent Shortage“-Umfrage.  Die Umfrage bietet praktische Lösungen, um Arbeitgebern dabei zu helfen, die Fähigkeiten, die sie brauchen zu verstehen das größte Potenzial zu identifizieren, um die besten Mitarbeiter für das digitale Zeitalter zu finden.

Hier finden Sie die Infografik sowie die gesamte Studie "Talent Shortage 2018" zur Nachlese.

Unter Talent Shortage finden Sie die zusammengefassten Studien der letzten Jahre.