|
Die Krise hat auch in den heimischen Personalabteilungen ihren Tribut gefordert. Sie sind heute personell dezimiert und inhaltlich reduziert. Für wie groß halten Personalexperten die Gefahr, dass sie auf "Leute einstellen und kündigen" reduziert werden?
Mag. Nikolaus Koller, „DIE PRESSE“, Ressort Karrieren (im Bild links), leitete die Podiumsdiskussion auf der Personal Austria-Fachmesse:
"Mitarbeiter sehen als die vier wichtigsten Funktionen einer Personalabteilung rekrutieren (27%), Personalentwicklung (21%), Mitarbeiterberatung (18%) und Lohn/Gehaltsauszahlung (12%). Ich selber würde mir eine mehr strategische Rolle wünschen."
Erich Pichorner, Geschäftsführer, Manpower GmbH, (im Bild rechts)
"2008 war ein sehr intensives Jahr. Es gab massiven Kostendruck aufgrund Marktsituation und Preiskampf. Wir hatten einen Eigentümerwechsel, eine ausgetauschte Geschäftsführung, einen Rebranding Change Prozess und haben parallel aktiv an Verbesserungen bei Effizienz und Kosten gearbeitet. 2009 konnten wir eine Jobgarantie für die Mitarbeiter ausrufen. Wir haben mit Ende 2009 den gleichen Mitarbeiterstand wie zu Beginn."
Mag. Elisabeth Rettl, Groupleader Human Resources, Orange Austria Telecommunication GmbH
"Vor einem Jahr habe ich auf einer Podiumsdiskussion vollmundig erklärt, wir suchen Leute...ein paar Wochen später hat es diese Jobs nicht mehr gegeben. Dann mussten wir abbauen, hatten immer weniger Personaladministration, bis ich schließlich meinen eigenen Job wegrationalisiert habe."
Mag. Daniel Bacher, Human Resources Manager, heute Leobersdorfer Maschinenfabrik GmbH & Co.KG
"Unsere Mitarbeiter dürfen weitgehend von Jobsicherheit ausgehen. Aber Garantien gibt es in keiner Branche. So schön ist die Arbeitswelt nicht mehr. Man muss die Balance zwischen mutigen Investitionen und intelligentem Kostenreduzieren finden."
Prok. Siegfried Gegenhuber, Leiter Human Resources Konzern, NÖ Landeshypothekenbank AG
"Personalabteilungen schlagen sich mit drei Problemfeldern herum: 1. sie beschäftigen sich mit Personalständen und -kosten, 2. sie haben dafür weniger Mittel zur Verfügung als zuletzt und 3. sie sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt."
René A. Lichtsteiner, Talent Management, Right Management Central Europe, Zürich
"Alle im Unternehmen sollen die Ziele und Strategien kennen. Human Resources (HR) stellt dem management Werkzeuge zur verfügung, damit sie auch gelebt werden können. Das heißt nicht, dass es sie selbst macht."
Mag. Elisabeth Rettl, Groupleader Human Resources, Orange Austria Telecommunication GmbH
"Die Rolle der Personalabteilung ist die einer Bandscheibe. Sie ist Vertreter der Unternehmensführung und muss gleichzeitig für die Mitarbeiter da sein."
Prok. Siegfried Gegenhuber, Leiter Human Resources Konzern, NÖ Landeshypothekenbank AG
"Ich benutze das Bild einer Fußballmannschaft mit Spielern und einem Trainer. Das ist der Personalist. Die Geschäftsleitung entspricht dem Vereinspräsidenten."
Mag. Daniel Bacher, Human Resources Manager, heute Leobersdorfer Maschinenfabrik GmbH & Co.KG
"Die Linienvorgesetzten sind mit der Operation beschäftigt. Als Personalist muss ich ewas von der Geschäftsstrategie verstehen. Dann muss ich den Plan machen, welchen Weg wir mit den Mitarbeitern gehen, was diese Strategie kostet und was sie bringt. Dann ist der Geschäftsführer ohnehin schon bewusstlos vor Freude."
Erich Pichorner, Geschäftsführer, Manpower GmbH
|